Elternfragen

Wer einen Kindergarten für sein Kind aussucht, hat viele Fragen. Ein Natur- und Waldkindergarten wirft sogar noch mehr Fragen auf. Hier finden Sie eine kleine Sammlung von Fragen und Antworten.

Sind die Kinder wirklich täglich im Wald?

Bei kaltem und/oder nassem Wetter halten wir den Morgenkreis im Bauwagen ab und nehmen anschließend oft auch das Frühstück dort ein. An drei Tagen der Woche besuchen wir den Wald. Bei Regenwetter spannen wir eine Regenplane zwischen die Bäume. An den 2 Wiesentagen können die Kinder auch die Bauwagen zum Spielen und Basteln nutzen. Bei starkem Sturm und Gewitter bleiben wir auf jeden Fall auf der Wiese.

 

Lernen die Kinder überhaupt etwas, oder geht es nur um frische Luft und das Kennenlernen der Natur?

Die moderne Hirnforschung betont, dass Kinder vielfältig herausgefordert werden müssen. Ihre natürliche Neugierde will etwas entdecken, mit allen Sinnen erforschen, fühlen, riechen, beobachten. Das ist der ideale Nährboden, um zu lernen und zu begreifen. Die Natur bietet allein durch ihren Wandel in den Jahreszeiten, die unterschiedlichen Baumarten und Waldplätze, Bodenbeschaffenheiten, Tiere und Pflanzen neben dem so vielseitigen Wetter eine Fülle von Anregungen. Das Kennenlernen der Natur ist eher ein Nebeneffekt. In der Hauptsache geht es um Bewegung, Entwicklung aller Sinne, der Wahrnehmung, der Sprache, der Achtsamkeit vor Mensch und Natur und in dem Zusammenhang schwerpunktmäßig um das soziale Mit- und Füreinander.

Die Kinder sind also viel draußen und Sie marschieren mit ihnen durch den Wald?

Auf dem Weg von der Wiese zum Wald gibt es oft schon einiges zu entdecken und zu begreifen. Der Weg ist das Ziel. Für den Umgang mit vorbeifahrenden Autos oder Reitern gibt es klare Anweisungen. Auch warten die Kinder an bestimmten Stellen aufeinander und ziehen gemeinsam im Wechsel den Bollerwagen, der mit Wasser, Decken und andere Materialien für den Vormittag im Wald beladen ist. Meistens stimmen wir dann am Waldrand mit den Kindern ab, welchen Platz wir aufsuchen. Dort bleiben wir dann auch den ganzen Vormittag.

Was heißt „andere Materialien"? Die Kinder spielen nicht nur mit Stöcken, Moos und Blättern?

Ein mit aufgeschichteten Stöcken gebildeter Kreis gilt als Waldsofa. Im Innenraum setzen sich die Kinder hin und frühstücken dort gemeinsam. Zwischen den Bäumen spannen wir eine Hängematte, oft auch eine Schaukel. Auf Decken kann z.B. – bis auf sehr kalte oder nasse Tage – gemalt, Bücher angeschaut oder auch mit Werkzeug gearbeitet werden. Mitgebrachte Lupen und Bestimmungsbücher helfen denen, die „auf Entdeckung gehen“. Seile und Pferdeleinen unterstützen die Kinder in ihrem vielfältigen Spiel.

Und mit Stöcken spielen sie gar nicht?

Stöcke sind das Hauptspielmaterial. Allerdings gibt es für den Umgang klare Regeln. So darf z.B. mit einem Stock nicht gelaufen werden. Waldfrüchte sind im Herbst auch sehr beliebt, wogegen wir alles was lebt, wie z.B. die Blätter an den Bäumen, schützen, indem wir sie anschauen, fühlen, riechen aber dann doch in Ruhe lassen.

Die Kinder frühstücken nicht wann sie wollen? Und dann setzen sie sich mit schmutzigen Händen auf den Waldboden?

Vor dem Frühstück waschen sich alle Kinder mit (biologisch abbaubarer) Seife die Hände. Dazu bringen uns die Eltern im Wechsel täglich frisches Wasser mit. In seinem Rucksack hat jedes Kind ein eigenes Sitzpolster und ein kleines Handtuch. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Kinder sich durch eine Frühstückszeit während der Freispielphase eher gestört fühlen. Darum machen wir es direkt nach der Ankunft am Waldplatz. Trinken können die Kinder jederzeit.

Das klingt alles ziemlich straff durchorganisiert?

Regelmäßige Abläufe und Strukturen, auch Rituale wie z.B. das Tischgebet oder ein Tischspruch vor dem Essen oder der Ablauf einer Geburtstagsfeier geben dem Kind Sicherheit und Orientierung. Innerhalb dieser Struktur gibt es riesige Bewegungsfreiräume, die die Kinder nutzen und schätzen.

Und für die Schule ist das sicher auch eine gute Vorbereitung?

Das Konzept des Waldkindergartens unterstützt das Kind in seiner gesamten Entwicklung auf ausgesprochen vielfältige Weise, was Studien belegen. Bei Besuchen beim Bäcker, in der Bücherei, beim Schäfer, etc. bekommen wir immer wieder die Rückmeldung, dass die Kinder auffallend gut zuhören, interessiert nachfragen und mit viel Ausdauer dabei sind.

Ist das wirklich nur mit dem Konzept zu erklären?

Ein entscheidender Faktor ist sicher auch noch der Betreuungsschlüssel. Im Eulennest betreuen Tag für Tag in der Kernzeit 3 ausgebildete pädagogische Fachkräfte 20 Kinder im Alter von 3–6 Jahren. Wie auf unserem Flyer ersichtlich, schaffen alle Faktoren gemeinsam für die gesamte Entwicklung des Kindes einen verhältnismäßig optimalen „Zeit – Raum“, um „fit fürs Leben“ zu werden.

Der Hirnforscher Dr. Gerald Hüther schreibt: „Kinder brauchen Herausforderungen, an denen sie wachsen. Kinder brauchen Vorbilder, an denen sie sich orientieren. Kinder brauchen Gemeinschaft, in der sie sich wohlfühlen.“

Inwiefern müssen die Eltern denn in der Elterninitiative mitwirken?

Als Elterninitiative stellen die Eltern auch den Vorstand des Trägervereins. Dazu gibt es den Elternrat, der in praktischen Dingen Vorstand wie Erzieher unterstützt, z.B. bei der Organisation von Festen, aber auch eine beratende Funktion hat.

Reihum obliegt es den Eltern, den Bauwagen zu reinigen (monatlich), den Rasen zu mähen und sich auch um die Toilette und frisches Wasser zu kümmern. An großen Sommerfesten, die auch Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Kindergartens sind, wird im Grunde jede Hand gebraucht.

 

Den Erziehern ist eine echte Erziehungspartnerschaft sehr wichtig. Regelmäßiger Austausch nach Bedarf und auf jeden Fall im Rahmen der jährlichen Beobachtungsdokumentation sind ein wesentlicher Bestandteil.

 

Wir freuen uns

auf Ihr Kind

und auf Sie!

 

Ihre Erzieherinnen

und Eltern vom

Naturkindergarten

Eulennest